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Terezinha Araújo

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18.11.04 - Terezinha Araújo

Die Kapverdischen Inseln haben mit Cesaria Evora nicht ihren einzigen Exportschlager, denn mit Terezinha Araújoeröffnet sich eine weitere Dimension in Sachen Melancholie und Lebensfreude. Ihre musikalische Laufbahn hat sie schon früh beschritten, da sie als kleines Mädchen in Coankry (Guinea), im Exil ihrer Eltern, Mornas und Coladeiras sang. Erstere sind dem portugiesischen Fado sehr ähnlich, zeichnen sich vor allem durch Melancholie und gleichzeitiger Sehnsucht aus und werden vor allem von der Gitarre begleitet. Die kann mal viersaitig sein, oder, im Falle von Américo Lima, der für Terezinha das Instrument ergreift, zwölfsaitig. Die Coladeiras hingegen haben sich zwar aus den Mornas entwickelt, sind aber insgesamt fröhlicher und tanzbarer, denn sie ähneln dem brasilianischen Samba. Was alle Lieder miteinander vereint, ist der Befreiungskampf, den die von Portugal kolonisierten Völkern Guinea Bissaus und der Kapverdischen Inseln führten. Bei einem dieser frühen Auftritte in den siebziger Jahren wurde Terezinha Araújo von Miriam Makeba entdeckt, die sich seitdem für ihr musikalisches Weiterkommen eingesetzt hat. Damals begleitete Araújo Makeba auf einem ihrer Deutschland-Konzerte und erhielt auf dem 10. Internationalen Festival der Jugend eine Auszeichnung als jüngste Sängerin in der Geschichte des Festivals. Erst einige Jahre nach der Unabhängigkeit der Kapverdischen Inseln ging die Musikerin in ihr Heimatland zurück und arbeitete beim Ministerium für Bildung und Kultur. Gleichzeitig trat sie zum ersten Mal als Solistin in der kapverdischen Hauptstadt Praia auf und repräsentierte das Land beim Festival der Jugendin Nordkorea. Man sieht, dass ihr Lebenslauf sehr politisch geprägt ist, und dass die Musik durchaus davon beeinflusst ist.In glasklarer Stimme singt sie Mornas und schwungvoll interpretiert sie Sembas. Dabei wird sie von großartigen Musikern an Gitarren, Cavaquinho, Klavier und Perkussionen begleitet. Ihre Lieder, bei denen Melancholie und Lebensfreude direkt ins Herz treffen, kommen aus jenen Ländern, in denen man aus Tränen die notwendige Kraft schöpft, um trotz aller Widrigkeiten zu tanzen und zu singen.